© Christiane B. Knobbe-Thomsen

 

Diffuse Gliome sind die häufigsten primären Hirntumoren des Menschen. Entsprechend der WHO-Klassifikation werden sie in Abhängigkeit von ihrem histologischen Erscheinungsbild entsprechend der WHO-Grade II, III und IV eingeteilt. Bei WHO-Grad IV-Gliomen handelt es sich um die bösartigsten diffusen Gliome, die sogenannten Glioblastome. Das mediane Überleben für Glioblastompatienten liegt trotz mulitmodaler Therapieansätze, die Neurochirurgie, Strahlentherapie und Chemotherapie umfassen, nach wie vor bei rund einem Jahr.

Die größte therapeutische Herausforderung für diffuse Gliome unabhängig von ihrem WHO-Grad stellt das infiltrative Wachstumsverhalten der Tumorzellen dieser Tumoren dar. Während der solide Tumor neurochirurgisch und strahlentherapeutisch behandelt werden kann, entziehen sich die bereits diffus in das umliegende Gehirngewebe infiltrierten Tumorzellen diesen Therapien, so dass dringend neue Therapieansätze zur Behandlung eben dieser Tumorzellen erforderlich sind und erforscht werden müssen, da diese Zellen in den meisten Fällen den Ursprung des Tumorrezidivs darstellen [1].

Die Ursachen für das infiltrative Wachstumsverhalten der glialen Tumorzellen sind bisher nur unzureichend charakterisiert. Allgemein erscheint es, dass das Migrationsverhalten der Tumorzellen Ähnlichkeiten mit dem Migrationsverhalten neuraler Stamm- und glialer Vorläuferzellen entlang von Myelinfaserbahnen und Blutgefäßen aufweist [2].

 

1. Westphal, M. and K. Lamszus, The neurobiology of gliomas: from cell biology to the development of therapeutic approaches. Nat Rev Neurosci, 2011. 12(9): p. 495-508.

2. Cayre, M., P. Canoll, and J.E. Goldman, Cell migration in the normal and pathological postnatal mammalian brain. Prog Neurobiol, 2009. 88(1): p. 41-63.

 

 

 

Diffuse Gliome